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Der Wind-Wahnsinn nimmt Fahrt auf – und die Bürger zahlen

Eine Expertise von Dr. Ludger Walther



wolfgang.kaiser@bfa-verein.de
Energieautarkie: Ein Regierungsmärchen

Die Energiewende sollte die Bundesrepublik Deutschland in ein energetisches Schlaraffenland verwandeln.


„Erneuerbare Energien“ sollten nach der „Energiewende“ schon bald günstig und reichlich verfügbar sein. Kosten sollte dies alles nur den Gegenwert einer Kugel Eis im Monat. So beschrieb es einst Jürgen Trittin als Umweltminister der rot-grünen-Bundesregierung unter Gerhard Schröder, in der der Atomausstieg und auch die Energiewende beschlossen wurde. Später setzte Angela Merkel, in einer Koalition mit der FDP noch eins drauf, indem sie den Ausstieg aus der Kernenergie aus wahltaktischen Gründen auf 2022 vorzog.


Heute, nachdem sich die gesamte Energiewende in einer Wolke russischen Gases aufgelöst hat, bekommt der Bürger die Folgen dieser nach sozialistischer Planwirtschaft strukturierten Wendepolitik serviert.


Wärme und Strom werden zu Kostenfaktoren, die viele Bürger und Betriebe an ihre Grenzen bringen. Viele Menschen stellen plötzlich fest, dass sie trotz 40-Stundenwoche weder ihre Rechnungen bezahlen, noch Rücklagen bilden können. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen stehen den rabiaten Preissteigerungen bei Gas und Strom hilflos gegenüber. Sie können die dramatischen Preissteigerungen nicht an ihre Kunden weitergeben und gehen in die Insolvenz. Als Krönung des Ganzen droht als finales Ungemach ein Blackout, der Zusammenbruch der gesamten Stromversorgung im Land.


In der Gesamtbilanz ist die deutsche Energiewende völlig gescheitert. Im Namen der Klimarettung wurden 550 Milliarden Euro für nichts verpulvert. Politische Fehlentscheidungen, die ihresgleichen suchen, münden in einer unsicheren und viel zu teuren Energieversorgung. Damit wird die Zukunft unseres Landes infrage gestellt. Geht es so weiter, wird Deutschland an den Weltmärkten nicht mehr konkurrenzfähig sein.


Das Modell der Energiewende gehört schon lange auf den Prüfstand. Aufgrund seiner offensichtlichen Fehlkonstruktionen muss es nun endlich neutral und ideologiefrei auf seine Sinnhaftigkeit geprüft werden. Leider geschieht dies jedoch nicht, im Gegenteil. Nach wie vor sitzen dieselben Akteure und vor allem auch dieselben Profiteure an den Schaltstellen, wie zum Beispiel der Agora. Nüchtern betrachtet ist der deutsche Beitrag zur „Klimarettung“ vor allem ein gigantisches Geschäftsmodell, in dem die Profiteure sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen.


Treu dem Zitat Erich Honeckers „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ versuchen die Energiewender an den für sie bewährten Rezepten festzuhalten. Leider auch durch alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD.


Interessierte Kreise aus Politik und Wind-Lobbyisten finden bei dem grünen Staatssekretär Patrick Graichen stets eine offene Tür, um ihre Forderungen quasi gleich in Gesetzte und Verordnungen gießen zu lassen.


Da wird der Ukrainekrieg gern genutzt, um Windenergie als „Freiheitsenergie“ zu adeln. Ein Entfesselungsgesetz soll den Bau der „Freiheitsenergien“ massiv beschleunigen und lässt für unser Land Schlimmes ahnen. Kritiker haben da keine Chance mehr. Eine neutrale Auseinandersetzung über das Kosten-Nutzenverhältnis dieser Art der Stromerzeugung indes, findet nicht statt und sie ist auch nicht gewollt. Denn diese Fakten würden das Geschäftsmodell der Windmüller und ihrer Politideologen grundsätzlich infrage stellen.


Im Koalitionsvertrag der neuen NRW-Landesregierung wird dies ab Zeile 331 sehr deutlich: „Wir brauchen daher im dichtbesiedelten Nordrhein-Westfalen weiterhin einen Ausgleich und einen gesellschaftlichen Konsens zwischen den berechtigten Interessen der Menschen und dem erforderlichen Ausbau der Windenergie.“

Wer aber definiert, was berechtigte und was unberechtigte Interessen der Menschen sind? Wird Kritik an der Windenergie in Zukunft als unberechtigt abgetan, weil es ja um „höhere Ziele“ geht? Werden Freiheits-Windenergieanlagen in Zukunft gegen jeden Widerstand durchgedrückt, weil sie ja ein „berechtigtes Ziel“ verfolgen?


Die Politik ist hier auf sehr dünnem Eis unterwegs.


Fakt ist:


1. Windenenergie wird in der geplanten Dichte unsere Heimat zerstören


Das brutale Zupflastern unseres Landes mit Windmühlen zerstört unsere gewachsene Natur und Kulturlandschaft komplett. Wollte man Deutschland komplett mit Windstrom versorgen (Stand heute, ohne kommende E-Mobilität) müsste alle 800 Meter ein Windrad errichtet werden, egal ob Stand, Land oder Gebirge. Wer aber möchte in so einem Land noch leben?


Andere Aspekte wie Artenschutz, Flora und Fauna oder sauberes Trinkwasser spielen bei den grünen Klimajüngern keine Rolle mehr. Klimaschutz geht über alles. Naturschutz war gestern!


Stattdessen erleben wir eine immer weiter fortschreitende Versiegelung von Flächen und, besonders schlimm dabei, auch Waldflächen. Da werden um die 3000 bis 4000 Kubikmeter Stahlbeton auf alle Zeiten in Waldbiotopen versenkt, Stromschneisen bedenkenlos durch gewachsene Wälder gefräst und Zuwegungen für Autokrane in der Breite von Bundesautobahnen gebaut. Naturschutzparks werden rückgebaut und verlieren ihre so wichtige Funktion, ein Refugium für Pflanzen und Tiere zu sein und auch dem Menschen eine Insel der Erholung zu bieten. Jüngstes Opfer könnte der Arnsberger Wald werden. Ein nahezu geschlossenes Waldgebiet im nördlichen Sauerland in dem bis zu 200 WKA gebaut werden sollen.


In vollendeter Form kann man die Resultate dieser Politik in Nordbayern (Hof), in Mitteldeutschland (Leipziger Bucht) in NRW in Paderborn/Bad Wünnenberg, in Schleswig-Holstein und in vielen Dörfern Brandenburgs anschauen.


2. Windenergie wird niemals zuverlässig die Stromversorgung Deutschlands decken!


Wind ist ein sehr launischer Bursche: heute Null, morgen vielleicht Volldampf, übermorgen wieder Null. Die Windstromerzeugung in ganz Deutschland kann jeder in offiziellen Portalen ansehen und herunterladen, z.B. www.stromdaten.info/ANALYSE/production/index.php


Die Abbildung zeigt die Windenergieerzeugung an Land für ganz Deutschland auf Tagesbasis: Ein ständiges Auf und Ab!



Eine typische WKA-Anlage mit 3 MW Nennleistung liefert durchschnittlich an mehr als 200 Tagen im Jahr gerade nur so viel Energie, um zwei Kochplatten in 100 Haushalten gleichzeitig zu betreiben. Zum Beweis dieser Aussage verweisen wir auf den Anhang.


Wenn alle Haushalte in einer Stadt mit ca. 20000 Haushalten, wie z.B. die Kreisstadt Freising, kochen wollen, bräuchte man mehr als 200 WKAs allein für die Stadt Freising. Das ist das Resultat, wenn man auf einen Energieträger mit einer sehr geringen Leistungsdichte setzt wie den Wind.


Und dies nur zum Kochen – keine Grundversorgung, keine Heizung, kein Licht, kein Wasser, keine Bahn, E-Auto, kein Verkehr und unsere Industrie wandert ab in andere Länder!


3. Bei Flaute ist Flaute. Egal ob 100 oder 100000 Windräder im Land stehen.


Die Windstromerzeugung in ganz Deutschland schwankt im Gleichschritt, und zwar gewaltig. Wenn im Süden Flaute ist, dann auch im Norden. Von wegen Ausgleich.


Bis zum heutigen Tag gibt es kein Konzept, Windenergie in Zeiten des Überschusses in nennenswerten Mengen zu speichern. Teure Back-up-Systeme in Form von Gaskraftwerken sind notwendig. Etwa 80 dieser Kraftwerke sollen noch in dieser Legislaturperiode gebaut werden.


Andere Länder haben diese offenkundige Schwäche längst erkannt und setzen längst auf andere Formen der Energieerzeugung. In Schweden sollen zum Beispiel sechs Kernreaktoren der neuesten Generation entstehen.


In Deutschland dagegen, einst führende Nation auf diesem Gebiet, darf nicht einmal mehr über die Forschung in die neuesten Reaktortechnologien diskutiert werden. Das leistet sich eine der angeblich führenden Industrienationen der Welt! Wie lange geht das noch gut? Wir laufen Gefahr, in eine Sackgasse zu fahren, sowohl den Verlust an Know-how als auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland betreffend.


4. Immer mehr Windräder verbessern nicht die Energieversorgung!


Da hilft auch eine Verfünffachung der Windmühlen nicht, wie die folgende Grafik zeigt. Der Bedarf wird immer noch nicht gedeckt. Es werden immer die extrem teuren Gaskraftwerke als Backup benötigt.


Übrigens: PV hilft auch nicht weiter, denn in der Nacht gilt PV ist 0.



5. Mehr Windräder bringen das Netz an seine Grenzen


Bei einer Vervielfachung werden die Ausschläge immer krasser. Zuviel Strom ist auch eine absolute Katastrophe für das Netz: die Windmühlen müssen abgeschaltet werden. Das Netzmanagement wird immer schwieriger und immens teuer, der Blackout umso wahrscheinlicher!


Und: die Windmüller bekommen trotz Abschaltung das gleiche Geld, als hätten sie Strom produziert: für eine nicht erbrachte Leistung! Der Terminus ist „Ausfallarbeit“. Die Windmüller kommen vor Lachen nicht in den Schlaf!


6. Windkraft ist nicht grundlastfähig!


Inzwischen reden immer mehr Institutionen vom drohenden Blackout in Deutschland. Der Grund dafür: die sicheren Grundlastkraftwerke werden abgeschaltet, der volatile Strom aus Wind führt in den Blackout. Ein Blackout ist nicht wie ein kuscheliges Märchen aus einem Kinderbuch, sondern die absolute Katastrophe!


7. Unsere Strompreise sind Weltspitze!


Ein Märchenerzähler in der Regierung behauptet zwar, es gäbe „kein Stromproblem, sondern nur ein Wärmeproblem“. Aber es fällt auf, dass die Strompreise genauso explodieren wie die Gaspreise. Der Grund dafür ist geradezu abscheulich: Es ist die Preisbildung an den Strombörsen infolge der EU-Gesetze („Merit-Order“):

www.spektrum.de/news/merit-order-prinzip-warum-der-strompreis-nach-oben-schnellt/2051949


Die Windmüller bekommen immer den gleichen Preis ausbezahlt wie die Gaskraftwerke, obwohl sie keinerlei Rohstoffkosten haben. Je höher der Gaspreis, desto lauter lacht des Windmüllers Herz.


Fazit:


Zusammen mit den Grünen schicken sich SPD, CDU/CSU und die FDP an, Lebensraum unwiederbringlich zu zerstören und Heimat zu verschandeln.


Dafür bekommt der Bürger eine Energiepolitik geliefert, die Wenigen die Taschen füllt, die breite Masse aber mit explodierenden Energiekosten ratlos zurücklässt. Dass im Hinblick auf den Klimaschutz gehandelt werden muss, sei hier unbestritten. Die Frage ist, welcher Weg dazu eingeschlagen werden muss. Solange aber die Diskussionen um den richtigen Weg von Ideologien, Dogmen und Wunschdenken geprägt sind, kommen wir nicht weiter.


Dazu leben wir nicht allein auf der Welt. Der in Deutschland gemachte CO2-Anteil liegt bei etwa 2%. Man kann sich Illusionen hingeben, aber irgendwann wird jeder von der Realität eingeholt! Auch die deutsche Energiewende.


Des. Ludger Walther und Ellen Walther-Klaus, Martin Wienert



Anhang


Wie viele Haushalte können in Deutschland mit einem Windrad „gleichzeitig kochen“?


1.

Im Internet stellt z.B. das Portal www.stromdaten.info viele Daten zu Stromerzeugung und Strombedarf in Deutschland bereit. U.a. werden die von der grünen Agora Energiewende bereitgestellten tatsächlichen Produktionsdaten (Energie) in MWh auf Stundenbasis graphisch dargestellt und zum Download als CSV-Datei bereitgestellt unter dem Link: „Analysetool Stromerzeugung und Bedarf“. Im Folgenden ist jeweils genau zwischen Energie (Einheit MWh bzw. kWh) und Leistung (Einheit MW bzw. kW) zu differenzieren.


2.

Die stündlichen tatsächlichen Produktionsdaten (Energie) für Wind Onshore umfassen die Summe aller zurzeit in Deutschland aktiven Anlagen. Diese stündlichen tatsächlichen Produktionsdaten ändern sich von Stunde zu Stunde durch das Schwanken der Windgeschwindigkeiten. Ende 2021 waren in Deutschland Onshore insgesamt 56.130 MW Nennleistung installiert (Die Nennleistung ist die maximal mögliche Leistung). Nehmen wir zur Vereinfachung an, dass alle installierten WKA die gleiche Nennleistung von 3 MW haben (typischerweise Enercon E-115, im folgenden „Musteranlage“ genannt). Dann handelt es sich um 18.710 Musteranlagen. Durch Division der tatsächlichen stündlichen Produktion (Energie) aller Anlagen durch 18.710 erhalten wir dann die stündlichen tatsächlichen Produktionsdaten (Energie) einer Musteranlage.


3.

Anschließend addieren wir für die Musteranlage alle Stundenwerte eines Tages zum jeweiligen Tageswert zusammen (Tagesproduktion der Musteranlage in MWh). Danach berechnen wir für jeden Tag aus der jeweiligen Tagesproduktion (Energie) unserer Musteranlage das Tagesmittel der Leistung für diesen Tag in kW und erhalten folgende Zeitreihe (hier für den Zeitraum 1. Mai bis zum 13. Oktober 2022):



Beispiel: Aus einer Tagesproduktion (Energie) von 12 MWh ergibt sich für diesen Tag ein Tagesmittel der Leistung von 12 MWh / 24 h = 0,5 MW = 500 kW.

Der Autor

Dr. Ludger Walther, Jahrgang 1952, ist diplomierter Mathematiker mit Nebenfach Astronomie. Er war zunächst Studienrat in Nordrhein-Westfalen und wechselte im Anschluss als Statistikberater zu Siemens nach München, bevor er als Hochschulassistent an die Fakultät für Informatik der Universität der Bundeswehr in München wurde. Dort promovierte er auch. Eine Verwendung als Software-Entwickler im Bereich E-Commerce in einem Banken-Rechenzentrum in Stuttgart schloss sich an, ehe er als Abteilungsleiter für IT-Qualitätsmanagement und IT-Sicherheit zu Vodafone nach Düsseldorf ging. Später war er erneut für Siemens in München, dann für die Deutsche Telekom in Frankfurt und schließlich als IT-Consultant im Bereich Outsourcing der T-Systems in München tätig.


Im Ehrenamt betreute er viele Jahre Schüler im Rahmen des Bundeswettbewerbes Mathematik sowie bei Robotik-Kursen. Darüber hinaus unterstütze er Kinder und Jugendliche bei der Familienhilfe der Caritas.


Seit 2022 ist er Mitglied des Bürgerlich-Freiheitlichen Aufbruchs. Dr. Ludger Walther ist verheiratet, Vater eines Kindes und lebt in Bayern.


4.

Abschließend stellen wir die Tagesmittel der Leistung für den hier betrachteten Zeitraum vom 1. Mai bis 13. Oktober 20022 nicht mehr in der Zeitreihe dar, sondern ordnen sie in „Leistungsboxen“:



Schließlich noch die graphische Darstellung der Verteilung der Tage auf die Leistungsboxen. Man sieht, dass die Musteranlage für Wind Onshore in Deutschland an mehr als 72% aller Tage des Jahres, d.h. an mehr als 262 Tagen, höchstens 500 kW an mittlerer Tageleistung erbringt. Also weniger als 17% ihrer Nennleistung!!



Fazit:


An 72% aller Tage des Jahres können in Deutschland mit einer „Musteranlage“ 3 MW Nennleistung Wind Onshore maximal 100 Haushalte gleichzeitig zwei Kochplatten (2 * 2,5 kW) betreiben. Wobei hier nur Deutschland-weite Mittelwerte betrachtet wurden, keine regionalen Unterschiede zwischen dem windstarken Norden und dem eher windschwachen Bayern.


Energieautarkie für eine bayerische Gemeinde durch ein „Windradl“ ist und bleibt ein Märchen!




(BFA - 10.12.2022)



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